In Hamburg kommt es am Abend des 12.09. nach einem verhinderten Neonaziaufmarsch zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.

Diese Art der Zusammenstöße im Schanzenviertel haben fast schon etwas traditionelles.

Die einen rufen Parolen, schmeissen mit Flaschen und Feuerwerkskörpern, die anderen setzen Schlagstöcke, Pfefferspay und Fahrzeuge ein.

Mülltonnen werden auf die Straße gezogen und angezündet. Anschließend rücken Wasserwerfer vor, löschen die kleinen Brände, Polizisten räumen die Straße. Beide Parteien ziehen sich abwechselnd zurück und rücken wieder vor. Das Hin- und her zwischen Polizei und Aktivsten wirkt auf einige wie ein ritualisiertes Schauspiel.

Ungewöhnlich ist an diesem Abend das brutale Vorgehen einiger hoch motivierter Polizeikräfte gegenüber Personengruppen, die sie sonst eher in Ruhe lassen:

Einige Beamte strecken einen Kioskmitarbeiter nieder, er wird später bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert. Der Betreiber des Cayan-Kiosk erleidet beim Versuch, seinen bewusstlosen Bruder zu bergen, eine Augenhöhlenfraktur. Ein Journalist wird mit Faustschlägen arbeitsunfähig geprügelt. Herbeieilende Sanitäter werden durch Schläge und Tritte auf Kopf und Körper verletzt, das Helmvisier eines Sanitäters zerberstet.

Ein Foto-Essay von Rafael Heygster

 

 

 

  • Fotograf Rafael Heygster
  • Jahr 2015
  • Ort Hamburg