Großstadt. Menschenmasse. Nächstes Meeting. Nächstes Schnäppchen. Nächstes Ziel. Gedrängel. Schneller. Hektik. Reizüberflutung. Geräusche. Lauter. Keine Ruhe. Unter Strom. Fortbewegung. U-Bahn.

Von der Eile geplagt betreten wir das Metall der Rolltreppen, welches uns langsam in den Untergrund entführt. Und umso schneller wir gleich auch unseren Zielen entgegenkommen werden, so gehetzt wir durch die nächsten Termine sind, so sehr sind wir nun angehalten anzuhalten. Wir beobachten die Anzeigetafeln und zählen die Sekunden rückwärts. Die Nervosität quillt aus allen Poren der Menschen. Die Bahn kommt, wir steigen ein und geben, wenn auch nur für wenige Minuten, unsere Kontrolle ab. Piep-piep-piep. Das helle Fiepen der sich schliessenden Türen signalisiert: Jetzt gibt es kein Zurück! Kein Entkommen! Die Bahn rast durch die dunklen Tunnel. Die grauen Wände, übersät mit grauen Rohren rauschen vorbei und verschwimmen vor unseren Augen. Lediglich kleine Lampen blitzen im Grau-in-Grau auf, für Sekundenbruchteile. Die Blicke wandern durch den Waggon. Sie mustern den Gegenüber, um direkt wieder zu verschwinden wenn die Blicke sich treffen. Augenkontakt ist intim und in der kühlen, urbanen Hektik ist kein Platz für Intimität. Der Körper in Eile, doch die Bahn zwingt uns zum Stillstand. Es sind nur flüchtige Blicke. Aber was bleibt von unseren Mitmenschen wenn wir aussteigen und uns erneut in die Hektik der Großstadt stürzen? Lediglich visuelle Fragmente!

Ein Langzeit-Projekt von Sascha Niethammer

  • Fotograf Sascha Niethammer
  • Jahr 2014-2015
  • Ort Hamburg
  • Notiz Work in process